Geschichte

Falknerei im Wandel der Zeit

Die Jagd ist seit jeher ein wichtiger Bestandteil der menschlichen Geschichte, und die Falknerei gehört zu den ältesten unter den kultivierten Jagdarten.  Zwar haben weder die alten Römer noch die  Griechen die Falkenjagd ausgeübt, und auch die alten Ägypter hielten sich Falken lediglich als irdische Vertreter ihres Gottes Horus, doch blickt diese Jagdart immerhin auf eine über 4000 Jahre lange Geschichte zurück. Erfunden wurde sie in den Steppen Asiens zum reinen Nahrungserwerb. Es gab sonst kaum Möglichkeiten, an fliegende Beute zu gelangen, und somit begann der Mensch, wilde Greife zu fangen und zur Jagd zu trainieren.

Schon bald wurde aus dem Mittel zum Zweck ein Statussymbol der frühen asiatischen Hochkulturen. China, Japan oder Persien stilisierten die Beizjagd zum Symbol von Macht, Herrschaft und Reichtum.

Durch die Kreuzzüge gelangte die Falknerei im Mittelalter nach Europa und wurde zu einer beliebten Freizeitbeschäftigung Adliger und Reicher. Auch hier war sie hauptsächlich ein Standessymbol, die erbeuteten Tiere wurden zur Nebensache. Es wurden Regeln aufgestellt, welchen Vogel man seines Standes angemessen fliegen durfte, und dem Volk wurde verboten, diese hohe Kunst auszuüben.

Besonders hervorzuheben ist in dieser Zeit Kaiser Friedrich II.  (1194-1250), dessen Begeisterung für die Falkenjagd so weit reichte, dass er sogar ein Buch darüber schrieb. In „de arte venandi cum avibus“  („Von der Kunst mit Vögeln zu jagen“) beschreibt er die Lebensgewohnheiten verschiedener Beutetiere und stellt Richtlinien für die Ausbildung von Falken auf, die heute immer noch Anwendung finden.

Die Blüte der Falknerei endete in der Französischen Revolution, in deren Zuge alles Höfische abgeschafft wurde.  War die Falknerei vorher wichtiger Bestandteil des Höfischen Lebens gewesen – man baute spezielle Jagdschlösser, die ausreichend Platz für die Falkner und Falken boten und spendierte die edlen Gerfalken als Staatsgeschenke -  geriet sie mit der Schließung der letzten deutschen Falknerei  1791 lange in Vergessenheit.

In den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts kehrte die Beizjagd zurück in die Köpfe der Menschen. Damals forschten einige interessierte Vogelkundler und Naturliebhaber nach Zeugnissen dieser alten Kunst und begannen bald –den alten  Aufzeichnungen folgend – erste Vögel abzutragen und die Falknerei zu neuem Leben zu erwecken. Im Zuge dieser Entwicklung wurde der Deutsche Falkenorden gegründet, der sich noch heute für die Belange der Falkner einsetzt.

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